Nach Griechenland ist das die Topnachricht. Aber diese Nachricht ist gar nicht so neu. Der Kursrutsch findet schon fast seit einem Monat statt. Und er ist meiner Meinung nach auch nicht verwunderlich. Wenn man überlegt, dass der Leitindex noch vor einem Jahr bei ca. 2100 Punkten lag. So stieg der Index alleine in knapp einem Jahr um satte 254% auf 5400 Punkte. Jetzt sag mal einer, dass dies nicht ungesund ist. Wenn der Leitindex die Wirtschaftskraft Chinas quasi 1:1 abbildet und in dieser Zeit nur um 7,4% gewachsen ist.

Quelle: onvista.de

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Das nenne ich mal Blasenbildung. Und vielleicht lässt sich daran auch eine Tendenz abbilden. Denn immer wenn es ungesunde Sprünge gibt, dann ist der Kater danach schon fast typisch.

Der DAX als Vorbild

Lag der Dax noch 1995 bei knapp 2.000 Punkten so stand er 2 Jahre später Ende 1997 bei 4.000 Punkten. Aber alleine 7 Monate später stand der DAX erstmals bei 6.200 Punkten und was passierte. Richtig es knallte. Und der Dax fiel innerhalb von 3 Monaten auf 4.000 Punkte zurück. Schuld daran war die LTCM Blase.

Quelle: ariva.de

Zwar hat jetzt diese Blase nichts direkt mit dem Dax zu tun, aber man darf die psychologische Komponente nicht vergessen. Da klettert der Dax in einem extrem hohen Tempo die Leiter hinauf und alle sind glücklich. Und dann muss man feststellen, dass die Furcht man könnte alles verlieren, zu unrationalen Entscheidungen führt. Dazu kommt, dass es ein Unternehmen fast schaffte die komplette Finanzwelt zu zerstören. Kommt einem das nicht bekannt vor?

Die new Economy Blase

Und dann ging es direkt weiter. Nachdem ganz viel Geld von den Staaten in die Hand genommen wurde, so erholte sich der Dax innerhalb von 10 Monaten fast vollständig.

Quelle: ariva.de

Der Hype auch als DotCom-Blase bezeichnet erreichte 2003 ihren Tiefpunkt und liess eine neue Blase entstehen. Und der Grundgedanke war schonmal nicht schlecht. Jetzt hatte man 5 Jahre 2 Blasenbildungen überlebt und der Dax war gerade einmal um 500 Punkte die letzten 8 Jahre geklettert. Also wird nicht mehr so viel in Aktien investiert, jetzt investieren wir in Immobilien und die Gewinne in neue überteuerte Immobilien und die Gewinne aus den Kreditzinsen der Immobilien investieren die Banken in Aktien und in Fantasiepapiere den sogenannten Derivaten. Und schon haben wir einen neuen Hype.

Quelle: ariva.de

Dieser dauerte mindestens genauso lange wie der alte, nämlich 5 Jahre. Und er endete 2008 in der Finanzkrise. Und diesmal war der Schock so hoch, dass uns die Politiker das blaue vom Himmel redeten und uns versprachen, dass unsere Einlagen bei den Banken sicher sind. Und noch immer erleben wir teilweise die Schocks aus dieser Zeit. Aber aktuell kennen die Aktienkurse nur eine Richtung.

Quelle: ariva.de

Und wieder wird getanzt mit billigen Geld von Staaten und Zentralbanken. Künstlich werden die Zinsen am Boden gehalten und es wird weiter getanzt, bis es sich ausgetanzt hat. Die Aktienkurse haben schon lange nichts mehr mit der Realität zu tun. Und wenn wieder ein Schock durch unsere Welt rollt, dann wechselt das Geld schnell in vermeintlich sichere Anlageformen.

Vielleicht startet jetzt das blatzen der nächsten Blase. Wünschen würde ich es mir. Aber so richtig daran glauben kann ich noch nicht. Denn das wäre ein ungewöhnlicher Zeitraum. Vielmehr schätze ich den Start  im Herbst oder Anfang 2016. Dann wenn ersichtlich wird, wie die Kasse zum Jahresende ungefähr aussehen sollte. Und niemals vergessen Geld wird nicht vernichtet, es hat nur jemand anderes.

 

//Update: Der Brand an Chinas Börse kann sich auch auf die Welt ausdehnen, auch wenn man annimmt, dass die Krise lokal hausgemacht ist. So hat die chinesische Regierung die Börse künstlich über billige Kredite angetrieben. Nun machen einige an der Börse Kasse und ziehen den gesamten Aktienmarkt in den Keller. Leider stecken hinter Krediten aber auch Menschen und diese sind direkt in der Realwirtschaft verankert. Gleichzeitig schalten nicht betroffene Menschen automatisch in den Sparmodus und geben weniger Geld aus. So schädigt dieser Versuch nicht nur den Börsen- sondern auch den Binnenmarkt. Dadurch wird aber das Wirtschaftswachstum in China selbst künstlich gebremst, was merklich auf die in China stark investierten ausländischen Unternehmen durchschlägt. Das mindert deren Gewinne und führt automatisch zu Investitionssenkungen überall auf der Welt. Da die hiesige Wirtschaft aber oft nicht mehr langfristig engagiert ist, sondern nur noch von Quartal zu Quartal denkt. So kann ein kleiner Ruck schnell zu gravierenden Fehlentscheidungen führen, die dann wie Dominosteine wirken und weitere hervor rufen.

so weit...