Im April 2015 untersagte das Bundeskartellamt Edeka und Tengelmann einen Zusammenschluss. Dem voraus gegangen war eine sehr tiefe Marktanalyse zu diesen Unternehmen (kompletter Markt). Dazu brauchte das Kartellamt ganze 3 Jahre. Da solche Verstrickungen immer sehr interessant sind, habe ich mir die Mühe gemacht und die Unternehmen selbst ein wenig abgeklopft und natürlich auch (wenn auch nicht komplett) die Ausführungen des Bundeskartellamts dazu gelesen. Dabei stellt sich dieser Markt als sehr übersichtlich heraus, wenn es um die einzelnen (Mutter)Unternehmen geht. Nimmt man sich aber die Beteiligungen und Kooperationen zur Brust, so kommt da ein dichtes Netz zum Vorschein. Zwar hat das Bundeskartellamt versucht dieses Netz zu sortieren, musste aber feststellen, dass nur eine ganz genaue Beobachtung des Marktes zu keiner absoluten Machtkonzentration in Form der Beschaffung führt. So treten zwar alle Unternehmen als Einzelunternehmen im Verkauf auf, aber in der Beschaffung entstehen unterschiedliche horizontale und vertikale Strukturen, die selbst untereinander wieder verflochten sein können und es scheinbar auch sind. Seit 1999 wurden 180 Fusionen beim Kartellamt angemeldet. Bei 120 davon waren die Unternehmen Rewe, Edeka und die Schwarz Gruppe beteiligt. Zitat vom Kartellamt:

Der Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland wird immer mehr von einer kleinen Gruppe von Anbietern geprägt, allen voran die bundesweit tätigen Lebensmitteleinzelhändler Edeka, Rewe, die Schwarz Gruppe und Aldi. In den letzten dreißig Jahren wurden viele der ehemals bekannten Lebensmitteleinzelhändler von Wettbewerbern übernommen; Händler wie beispielsweise Allkauf, Deutscher Supermarkt, Leibbrand, Massa, Scharper, Stüssgen, und Wertkauf verließen den Markt. Während es im Jahr 1999 mit den Unternehmen Edeka, Rewe, Schwarz Gruppe, Aldi, Metro, Tengelmann, Wal Mart und Spar noch acht große Handelsketten gab, die gemeinsam mehr als 70 % der Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland auf sich vereinten, hat sich diese Gruppe nach der Übernahme von Spar durch die Edeka, dem Ausscheiden von Wal Mart aus dem deutschen Markt und der Übernahme eines wesentlichen Teils der Plus Märkte durch die Edeka sowie des Erwerbs eines Teilnetzes von Kaisers Tengelmann durch tegut und Rewe deutlich verkleinert, während sich ihr gemeinsamer Anteil an den Gesamtumsätzen auf dem deutschen Markt auf mehr als 85 % vergrößert hat.

 

Damit wird klar, das sich hier sehr starke horizontale Strukturen ausgebildet und entwickelt haben. Was diese horizontalen und vertikalen Strukturen sind, kläre ich direkt im nächsten Kapitel. Insgesamt sind mir 5 wichtige Begriffe aufgefallen. Zu den beiden schon genannten kommt noch die Vertriebslinie, die Handelsmarke und die Herstellermarke. Dazu später aber noch genauer.

Die vertikale Struktur eines Unternehmens

Dies steht für die Tiefe in der ein Unternehmen aufgestellt ist (vertikal). Dies betrifft bei diesen Unternehmen quasi die Bereiche von der Produktion bis zum Verkauf, also die komplette Kette. Dabei ist Edeka recht tief aufgebaut und hat dies in ihren Geschäftsberichten auch in den Vordergrund gestellt. Diese vertikal aufgebaute Struktur wird durch die horizontale Struktur strategisch am Markt plaziert.

Die horizontale Struktur eines Unternehmens

Dies hat die Wikipedia schön in einem Satz zusammengefasst: "Das Prinzip der horizontalen Kooperation besagt, dass verschiedene, prinzipiell gleichberechtigte Partner einer Ebene miteinander kooperieren oder vernetzt sind." Die hier beschriebene Ebene ist dann die vertikale Struktur. Ich habe das mal versucht in einer Grafik aufzubauen.

Der Aufbau eines Unternehmens

Dazu muss man aber auch wissen, wie die einzelnen Unternehmen aufgebaut sind. Heute bestehen Unternehmen aus strukturellen, finanziellen, steuerlichen Gründen oder wegen eingegangener Risiken aus mehreren Unternehmen. Diese sind immer unter einer Dachgesellschaft zusammengefasst, die sich meist hierachisch darstellen. Dazu dient kurz die sehr vereinfachte Darstellung. Vereinfacht aus dem Grund, weil sich hier auch Teile (Töchter) eines Unternehmens eine weitere Tochter durchaus teilen können. Wie gesagt das kann recht kompliziert sein, soll aber nicht Hauptbestandteil des Artikels werden. Sondern nur kurz veranschaulichen, was das Bundeskartellamt da leisten muss. Stellt man das Diagramm auf den Kopf, so lassen sich auch Beteiligungen an anderen Unternehmen, die nicht immer sichtbar sind (stille Beteiligigungen, auch Minderbeteiligungen genannt) darstellen. Und jetzt muss einem klar werden, dass sich hier ein Netz ergeben kann, welches niemand mehr durchblickt. Und das versucht das Kartellamt zu verhindern. Denn dadurch kann ein unsichtbares aber spürbares Kartell, wenn nicht sogar in Teilen (z.B. Beschaffung) Monopol entstehen.

Die Vertriebslinie

Das ist wieder so ein Begriff, der einem nicht gleich klar wird. Sehr deutlich stellt Rewe seine Vertriebslinien dar und somit in den zentralen Vordergrund. So hat Rewe alleine 49 Vertriebslinien, die sich durch Tochterunternehmen, Beteiligungen und Minderbeteiligungen ausdrücken. Diese sind aber in sehr viel weniger Mutterunternehmen (Dachgesellschaften) gebündelt. Weniger klar drückt sich hier Edeka aus. Zwar gibt es sehr einfache Grafiken, aber deren klare Vertriebslinien lassen sich aus deren Berichten nicht direkt entlocken. Ziemlich einfach gestrickt scheinen die anderen Unternehmen wie Metro, Aldi usw. Einfach gesagt sind diese Vertriebslinien in groben Strukturen sichtbar. Das wären Lebensmittel, nicht Lebensmittel, Baumarkt, Reisen und Hotels sowie Restaurant, Lifestyle und Dienstleistungen. Dabei sind klassische Dienstleistungen die gemeinsame Verwaltung der IT-Infrastruktur, Beschaffung etc.

Die Handelsmarke

Unter der Handelsmarke versteht man die Marke der Produkte wie sie im Laden steht. Nehmen wir Marken wie ja! (Rewe), gut & günstig (Edeka). Diese Marken sind Eigenmarken der jeweiligen verkaufenden Supermärkte oder Discounter. Diese können von einzelnen Unternehmen oder von mehreren hergestellt werden. Damit sind diese Herstellerunabhänig zum Teil auf Masse und somit den Preis abgestellt.

Die Herstellermarke

Bekannte Herstellermarken sind z.B. Erasco, Maggie usw. Diese Herstellermarken sind meist teurer als die Eigenmarken oder die Produkte unbekannter Hersteller. So bietet etwa Frosta seine eigene Marke mit besonderer Eigenwerbung (Qualität, ohne Geschmacksverstärker) an, scheint aber bei den Eigenmarken (Handelsmarken) der Lebensmitteleinzelhändler reine preisoptimierte Produkte herzustellen.

Die Unternehmen kurz vorgestellt

Wir haben 5 große Player im Markt. Das wären der Größe nach sortiert Edeka, Rewe, Schwarz Gruppe (Lidl, Kaufland), Metro und Aldi. Wer sich jetzt wundert warum Aldi hier als letztes aufgeführt, dafür aber immer als erstes in der Kritik steht. Dem sei gesagt der Markt tickt anders, als ihr denkt. Es ist nicht immer die Größe ausschlaggebend. Dazu später mehr, ich möchte es aktuell dabei belassen. Was ich als nächstes nenne sind zum Teil Vertriebslinien und zum Teil Tochtergesellschaften. Zwar kann man das direkt trennen doch ich wollte keine 3 Jahre für diesen Artikel benötigen. Deswegen verzeiht mir die Oberflächigkeit der Darstellung.

Edeka

Der Edeka Verbund hat im Jahr 2014 47,2 Mrd. Euro Umsatz verbucht. Edeka arbeitet nur in Deutschland. Der Edeka Verbund e.V. besteht dabei aus 2 Unternehmen. Edeka-Kaufleute / Genossenschaften und der Edeka Zentrale. Diese beiden bündeln ihre Aktivitäten in den Edeka-Großhandelsbetrieben. Jeweils gehört ihnen ein Anteil an der Edeka Großhandelsbetriebe von 50%. Die Edeka Kaufleute sind die aktiven Unternehmen, die die gesamten Einkaufsmärkte betreiben. Die Kaufleute fast 4.000 betreiben alle Einkaufmärkte 7.324 Stück, die Genossenschaften sind der logistische Teil daran. Die Edeka Zentrale ist das Gehirn des Edeka Verbundes und kümmert sich um die Strategie, Werbung sowie den Einkauf. Der Zentrale direkt gehört auch der Netto Markendiscount (85%) (4168 Filialen). Der Netto Markendiscount ist ein sogenannter Softdiscounter dessen direkte Konkurrenz Aldi ist. Als Softdiscounter bezeichnet man diese, welche ein erweitertes Produktportfolio anbieten (2.000 bis 2.500 Artikel). Während Aldi als Harddiscounter nur ein sehr beschränktes Angebot hat (850 bis 1.000 Artikel) und extrem auf den Niedrigpreis achtet.

Zusätzlich angegliedert, aber in den Anteilen unterschiedlich, ist noch die Edekabank AG, die zu 50% den Kaufleuten und Genossenschaften gehört, sowie zu 41,1% der Edeka Zentrale. Wie sich die restlichen 8,9% aufteilen konnte ich nicht direkt entnehmen. Insgesamt betreibt der Edeka Verbund 11.492 Filialen. Die Kaufleute und Genossenschaften sind in 7 regionale Gruppen untergliedert. Zum Vergleich Aldi in 2 (Nord und Süd).

Zwar bieten alle Edeka Kaufleute Discounter Produkte an (hauptsache billig) aber ergänzen ihre Produkte durch verschiedene Eigenmarken, die durchaus die gehobene Preisklasse erreichen. Dabei gibt es verschiedene Produktstufen. Diese teilen sich auf in 3 Hauptstufen, wobei die mittlere Haupstufe noch einmal in 3 Unterstufen unterschieden wird. Die 3 Hauptstufen sind Discounter, mittleres Preissegment sowie Premium Angebote. Das mittelere Preissegment besteht aus Qualität, Bio und Regionalen Produkten. Dem direkt folgen auch die Eigenmarken. Diese wären Gut & Günstig (Discounter), Edeka (Qualität), EDEKA Bio, Wertkost, BIO und UNSERE HEIMAT (Bio) sowie Mein Land, UNSERE HEIMAT, Unser Hof, Bauers Beste (Regional). Wobei sich die Regionalen Produkte von Edeka-Region zur Region unterscheiden und mit dem Bioangebot überschneiden und nicht immer gleich sind. Das Premium Angebot ist "Edeka Selection", wobei ich zugeben muss: "Davon habe ich noch nie etwas im Supermarkt gelesen, die anderen Marken sind mir aber bekannt".

Rewe

Die Rewe Gruppe realisierte in 2014 einen Umsatz von 51,1 Mrd. Euro. In Deutschland schaffte die Gruppe 37,2 Mrd. Euro Umsatz, weswegen ihr nur Platz 2 zugesprochen werden kann. Rewe besitzt eine extrem breite Vertriebslinie und ist damit der am breitesten aufgestellte Anbieter. Das sind immerhin 49 Stück. Dazu gehören ADAC Reisen, Jahn Reisen, Penny, toom, Nahkauf, Kaufpark und Wilhelm Brandenburg. Zudem scheint ihr Engagement im Touristikgeschäft sehr tief. Genauer gruppiert Rewe seine Geschäftsfelder in 7 Bereiche. Das wären Vollsortiment National und International, Discount National und International, Touristik, Fachmarkt National und Sonstiges. Der Fachmarkt betrifft dabei die Baumärkte. Unter Sonstiges zählt u.a. der Anbieter -EHA- Energie-Handels-Gesellschaft mbH & Co. KG, Hamburg, und der -EHA- Energie-Handels-Geschäftsführungs-Gesellschaft mbH, Hamburg. Um sich der vertikal und horizontal agierenden Unternehmungen einmal genauer eine Vorstellung zu machen muss man sich nur diese Zahlen anschauen. Rewe hat Mehrheitsbeteiligungen an 336 Unternehmen (Tochtergesellschaften), Gemeinschaftsunternehmen mit 5 Firmen und tritt selbst als Investor auf bei 1.070 Unternehmen. Investor ist Rewe vor allem bei den Einzelhändlern, die das Rewe Logo tragen. Aber auch Karstadt kommt hier u.a. zum Vorschein.

Rewe betätigt sich im Discounter Geschäft über die Firma Penny und diese zählt wie Netto zu den Softdiscountern. Wie auch bei Edeka hat Rewe ähnliche Strukturen mit Eigenmarken geschaffen. So gibt es die Marken ja! (Discounter), Rewe Beste Wahl (Qualität), Rewe Bio (Bio), Rewe Regional (Regional) und Rewe Feine Welt (Premium).

Anders als bei Edeka ist der Geschäftsbericht von Rewe sehr detailiert. Wobei sich aber beide Unternehmensformen komplett unterscheiden. So ist Edeka eine Aktiengesellschaften & Co. Kommanditgesellschaft (AG & Co. KG), während Rewe eine Aktiengesellschaft und Genossenschaft ist.

Die Markennamen von Rewe in einer Übersicht

Schwarz Gruppe

Vielleicht müssen wir den 3. Platz bald revidieren. Die Schwarz-Gruppe ist seit neuestem der größte Handelskonzern in Europa. Er setzte im Jahr 2014 europaweit 74 Mrd. Euro um. Die Gesellschaftsform ist eine GmbH. Ihr gehören die Unternehmen Lidl und Kaufland. Die Gruppe ist extrem verschwiegen. Einen offiziellen Webauftritt konnte ich nicht finden. So sind weder aktuelle Informationen zu diesem Unternehmen noch der genaue Aufbau bekannt. Ich müsste erst das Handelsregister kontaktieren und die Informationen Stück für Stück zusammentragen. Und das ist recht zeitintensiv und kostspielig, weswegen ich es vermieden habe. Doch eines scheint Fakt zu sein, Lidl schließt aktuell zu seinem größten Konkurrenten Adli gewaltig auf. Und die Informationen, die ich euch hier präsentiere, stammen zum Teil aus der Wikipedia, dem Bundesanzeiger und sind mit Sicherheit nicht so aktuell wie bei Rewe und Edeka. Sowie dem Bericht des Bundeskartellamtes, der aber auch schon über 1 Jahr alt ist. Die Gruppe ist von Stiftungen durchsetzt. Dies hat unterschiedliche Gründe und soll vermutlich die Substanz des Gesamtunternehmens zusammen halten. So besteht die Schwarz Dienstleistung Beteiligungs-GmbH Neckarsulm (HRB 109304) aus 2 Firmen. Zum einen der Schwarz Unternehmenstreuhand KG mit 0,1% Anteil aber 100% Stimmrechten und der Dieter Schwarz Stiftung gGmbH mit 99,9% Anteilen aber 0% Stimmrechten. Die Schwarz Dienstleistung Beteiligungs-GmbH selber hält 100% an der Lidl Stiftung & Co. KG und der Kaufland Stiftung & Co. KG. Den beiden letzten untersteht noch die Firma Schwarz Immobilienverwaltung (SIV) zu jeweils 50%. Die Namen der Firmen haben sich in diesem Jahr noch einmal teilweise geändert.

Lidl ist selbst (weltweit) in ca. 130 Unternehmen aufgeteilt (Stand 2013, Bundesanzeiger), der aktuelle Stand dürfte aufgrund der Expansion des Unternehmens etwas größer sein. Kaufland ist in etwa 65 Unternehmen getrennt. Für jedes Land in denen die Schwarz-Gruppe verteten ist, existieren mehrere Unternehmen. Zudem besitzt das Unternehmen gewisse Handelsunternehmen deren einzige Aufgabe wahrscheinlich die reine Beschaffung der Waren ist.

Die Handelsmarken der Gruppe sind übersichtlich und leicht gestrickt. Während sich Lidl komplett auf das Discounter Geschäft konzentriert, ist Kaufland eher auf größere Einkaufszentren ausgelegt. Trotzdem sind beiden Angebote mittlerweile sehr ähnlich. So bietet Lidl wie auch Kaufland eine breite Vertriebslinie. Vom Handy bis zur Reise ist das komplette Angebot vertreten. Während Lidl in dieser Kategorie lieber auf Eigenmarken setzt, ist das Kaufland Angebot mehr auf Koorperationen mit anderen Anbietern ausgelegt. Ob auch hier ganze Hotelanlagen wie bei Rewe zum Eigentum von Lidl/Kaufland gehören, konnte ich nicht direkt ausfündig machen. Wer hier aber Lust hat tiefer zu graben, der wird sicherlich die eine oder andere Überraschung erleben.

 

Aldi

Wenn es um die Konstruktion eines undurchschaubaren Unternehmensnetzes geht, dann ist Aldi eines der Unternehmen, die in diesem Segment wirklich gute Arbeit geleistet haben. Um hier genaue Zahlen zu bekommen, muss man sich mehrere 100 Einzelunternehmen anschauen und dazu dann Statistiken anfertigen. Für einen genaueren Überblick geht hier ohne eine Mind-Map gar nichts. Im Manager Magazin bin ich dann doch über die ungefähre Struktur gestolpert. Aber das sind nur grobe Strukturen. Zumindest sind die Stiftungen also die Verwalter des Unternehmens aufgelistet. Für Aldi Nord ist das die Markus-Stiftung und für Aldi Süd die Siepmann-Stiftung.

Die Markus Stiftung fand ich dann im Stiftungsverzeichnis von Schleswig-Holstein. Dieses Verzeichnis enthielt diesen Eintrag (Stand: 2013):

Und hier sind noch 2 weitere Stiftungen eingetragen. Zum einen die Lukas-Stiftung und die Jakobus-Stiftung. Beide scheinen einen Anteil an Aldi Nord von 19,5% zu halten. Also zu wenig um mitzureden. Wem das letzte Prozent gehört konnte ich leider nicht ermitteln.

Weiteres zu Aldi habe ich in der Media Tribune gefunden. So fand ich einen Artikel zu 2009 "Aldi verfehlt Rekordmarke" und "Aldi-Bilanz 2010: Gewinnsprung im Norden". Diese Artikel würde ich am liebsten auf meinem Server spiegeln, weil sie einen tiefen Einblick ins Aldi-Imperium gewären.

Aldi Süd ist ähnlich aufgebaut. Ich möchte es aber aktuell dabei belassen.

Um der Vollständigkeit hier noch genüge zu tun. Die Marken von Aldi.


Die MetroGruppe

Diese nenne ich extra am Ende. Für den Endkunden ist diese Gruppe nicht so relevant. Im Lebensmittelgeschäft setzte das Unternehmen im Berichtsjahr 2013/2014 10,859 Mrd. Euro um. Dabei sind dies die Geschäfte Real und Galeria Kaufhof. Dabei gehen allerdings auch mehr Waren über die Theke als nur Lebensmittel. Insgesamt setzte die Metro Gruppe in Deutschland 25,478 Mrd. Euro um. Die Vertriebslinie ist schlank gehalten. So gehören zu dieser folgende Tochterunternehmen. Real, Galeria Kaufhof, Saturn, Media Markt, Redcoon (reines Onlinegeschäft) und die Metro Cash & Carry Märkte. Die Cash und Carry Märkte sind reine Großhandelsunternehmen. Diese werden also selten von Endkunden besucht, weil man in ihnen einen Gewerbeschein vorweisen muss. Die Eigenmarken scheinen nur in Real zu existieren. Mit diesem Geschäftsmodell scheint sich die Metro Gruppe mehr oder weniger aus dem Krieg der Einzelhandelsunternehmen heraus halten zu wollen.


Zusammenfassung

Der Markt in Deutschland ist mittlerweile sehr übersichtlich geworden. Das merkt man selbst, wenn man einmal überlegte in wie viele Geschäfte man früher gehen konnte. Jetzt gehören mehr als 85% dieser Geschäfte zu 5 Mutterunternehmen, die das Warenangebot entsprechend gut sortiert (überall das Gleiche) anbieten. Während Rewe und Edeka eher die gehobene Klasse ansprechen, wollen die Discounter billige Preise und gute Produkte für alle in der Bevölkerung anbieten. Dabei gehen die Discounter einen anderen Weg. Von Rewe, Edeka, Kaufland und Kaufhof kann man noch fast von einem Vollsortimenter sprechen, während die halben bis reinen Discountmärkte Aldi, Lidl, Netto, Penny und Norma ein sehr eingeschränktes Sortiment anbieten. Aldi ist hier sicherlich der Markt mit den wenigsten Artikeln. Deswegen nenne ich diesen Markt auch gerne "friß oder stirb", weil die Auswahl nicht vorhanden ist. Es gibt eben nur ein Produkt einer Marke und das war es dann auch schon.

Was macht diese Unternehmen zu einer marktbeherrschenden Macht?

Die Macht der Unternehmen liegt im Zusammenschluss zu Einkaufsgemeinschaften (85% des Umsatzes des gesamten Marktes in den Händen von 5 Firmen). Das bedeutet nichts weniger als würdest du dich mit deinen Nachbarn dazu einigen im nahen Supermarkt nur dann die Milch zu kaufen, wenn sie weniger als 0,29€ kostet. Ist die Milch teurer, kaufen du und deine Nachbarn die Milch einfach nicht. Dies zwingt den Supermarkt dazu, die Milch zu diesem Preis anzubieten. Ob er dabei Verlust macht oder nicht.

Und diesen Weg gehen diese Unternehmen. Sie schließen sich in große Einkaufskoorperationen zusammen und zwingen die Hersteller dazu immer billiger zu produzieren. Das dieser Druck nicht ewig aufrecht erhalten werden kann, ist nicht jedem sofort klar. Zwar wissen wir, das unter vielen Eigenmarken der Discounter und Supermärkte richtig gute Marken stecken, aber wir begreifen die Ausmaße des Drucks, den diese Einkäufer der Supermärkte auf die Hersteller ausüben, nicht.

Wenn ich als Käufer einer Ware eine dominierende Stellung als Kunde eines Herstellers eingenommen habe, so kann ich auch direkt auf die Preise der Herstellermarke Einfluss nehmen. Ein fiktives Beispiel (ohne Beleg): Frosta verkauft unter der "Ja" Marke ein Fertiggericht. Jetzt organisieren sich einige Supermarktketten darauf bei Frosta gemeinsam einzukaufen. Wir nehmen an REWE und EDEKA kaufen bei Frosta ein und sagen diesem Unternehmen: "Wenn du mit REWE sprichst, dann sprichst du automatisch auch mit EDEKA." Das übt einen gewaltigen Druck auf das Unternehmen Frosta aus. Aber ebenfalls übt das einen gewaltigen Druck auf die eigene Marke "Frosta" aus. Denn REWE und EDEKA werden zwar unter Eigenmarken Frostaprodukte einkaufen, aber Frosta ist der Hersteller. Dieser muss nun permanent die Preise senken. Das kann Frosta tun, indem es die Wertigkeit der REWE und EDEKA Marken senkt, aber das werden die beiden Einkäufer (Rewe, Edeka) niemals indem Maße akzeptieren wie es nötig wäre. Also muss Frosta am Ende die Preise der eigenen Marke erhöhen um die Forderungen von REWE und EDEKA zu kompensieren. Das muss man dem Kunden erstmal verkaufen.

Aber... ja ich höre euch schon sagen: "Frosta könnte das doch auch ablehnen?". Ja, das könnte Frosta machen. Aber ihr vergesst eines. Rewe, Edeka und Co erstellen doch keine eigene Marke, wenn sie nur Produkte einer Firma verkaufen wollen. Sie können solche Produkte auch von mehr als einer Firma beziehen. Eine kleine unbekannte Firma erkennt das vielleicht als die Chance am Markt größer zu werden. Und Frosta müsste dann nicht nur quasi gegen die Eigenmarken der Supermärkte antreten, sondern auch noch gegen eine andere Firma. Da fehlt womöglich der Einfluss, da könnte die Angst das nicht mehr kontrollieren zu können gewaltig steigen. Dann lieber den Preisdruck nach unten auf die Bauern abwälzen und die das ausbaden lassen und das Problem im eigenen Haus lösen. Am Ende verlieren bei diesem Spiel aber immer mindestens 2 Spieler. Der Endkunde und Käufer (wir) der immer minderwertigeren Produkte und der Erzeuger an der ersten Stelle, der Bauer.

Und weil es immer nur einen geben kann, so wird der Markt alleine über den Preis so stark verzerrt, dass man von einem Kartell reden kann. Wenn ein Unternehmen auf Druck anderer sein Handeln zum negativen verändern muss, dann sprechen wir von Marktverzerrung. Für kleine Unternehmen können Verträge mit großen Unternehmen die Chance überhaupt sein. Für große Unternehmen die Verträge mit großen Unternehmen eingehen, können diese entweder Stabilität, Wachstum oder der Untergang bedeuten.

Im nächsten Bild sehen wir eine alte Grafik, die aufzeigen soll wie diese Unternehmen untereinander vernetzt sind (horizontale Struktur). Alles was in einem Rahmen zusammengehört, geht auch zusammen einkaufen. Unternehmen, die nicht in einem Rahmen zusammen aufgeführt sind, kaufen für sich alleine ein. Nun muss man verstehen, dass ein Unternehmen welches aus einem der Rahmen heraus in einen anderen Rahmen springt, natürlich seine Erfahrungen und Preise mit in den neuen Rahmen einbringt. Das bedeutet, dass die Einkaufsstrategie eines Rahmens komplett transparent für den anderen werden kann. Das betrifft somit auch die Unternehmen, die noch in diesen alten Rahmen verblieben sind. Diese Transparenz ist für das Bundeskartellamt ein rotes Tuch, denn es erhöht den Druck auf die Hersteller enorm. Dabei kann eine Ankündigung einer Zusammenarbeit schon reichen, auch wenn es das Bundeskartellamt am Ende verbietet.

Um die Grafik noch weiter zu unterstützen, muss ich hier noch einmal ein Zitat aus dem Bericht des Bundeskartellamtes aufführen.

Die Anteile am Gesamtbeschaffungsvolumen, die die einzelnen Kooperationspartner tatsächlich über ihre jeweilige Einkaufskooperation beziehen, variieren zum Teil erheblich, und auch bei den schwerpunktmäßig gemeinsam beschafften Produktgruppen gibt es teilweise Unterschiede. Da die Kooperationsverträge in der Regel den Umfang der gemeinsam zu beziehenden Waren oder Produktgruppen nicht festlegen, können sich Bedeutung und Schwerpunkte der Einkaufs-kooperationen zudem im Zeitablauf verändern. Vor diesem Hintergrund ist eine zuverlässige, flächendeckende quantitative Bestimmung der Gesamtbeschaffungsvolumina der einzelnen Kooperationspartner mit dem Anteil des tatsächlich gemeinsam beschafften Volumens aktuell nicht möglich. Es ist jedoch nach den Erkenntnissen des Bundeskartellamtes aus dieser Sektorunter-suchung sowie aus anderen Verfahren davon auszugehen, dass die Gesamtbeschaffungsvolumina sämtlicher Unternehmen, die sich in den Einkaufskooperationen um Edeka und um Rewe befinden, insgesamt für rund die Hälfte des Gesamtbeschaffungsvolumens des Lebensmitteleinzelhandels in Deutschland stehen.
Sowohl Edeka als auch Rewe sind darüber hinaus Mitglieder internationaler Beschaffungs-kooperationen. Rewe ist aktuell zusammen mit den drei europäischen Handelsunternehmen Coop (Schweiz), Colruyt (Belgien) und Conad (Italien)) Mitglied der im Jahr 2014 neu gegründeten Einkaufskooperation Core. Core ist die Nachfolgeorganisation der seit 2005 bestehenden Einkaufskooperation Coopernic, der bis zum Jahr 2013 auch das französische Handelsunternehmen Leclerc angehörte. Wie zuvor Coopernic soll Core die gemeinsame Beschaffung international handelbarer Güter koordinieren und mit europaweit tätigen Herstellerunternehmen bestimmte Vermarktungsmodalitäten, wie z.B. die koordinierte Planung von Aktionen verhandeln.

Edeka ist seit 2005 an der internationalen Einkaufskooperation ALIDIS/AGENOR beteiligt. Weitere Mitglieder dieser Kooperationen sind Eroski (Spanien) und Intermarché (Frankreich). Über Alidis/Agenor kaufen die Bündnispartner gemeinsam auf den internationalen Beschaffungsmärkten Eigenmarken ein und koordinieren gemeinsame internationale vertriebliche Leistungen. Die Handelsorganisationen argumentieren, dass diese Mitgliedschaften in internationalen Verbünden die entstehenden Nachteile sowohl gegenüber international tätigen Handelsunternehmen, die als Kapitalgesellschaften organisiert sind (wie z.B. WalMart, Carrefour, Metro, Schwarz-Gruppe oder Tesco) als auch gegenüber multinationalen Lieferanten (wie z.B. Nestlé, Procter&Gamble und Unilever) ausgleichen sollen.
Nach den Erkenntnissen des Bundeskartellamtes wird der Schwerpunkt der Verhandlungen zwischen Industrie und Handel jedoch nach wie vor national und nicht im Rahmen der internationalen Beschaffungskooperationen gesetzt; so sind etwa die über den internationalen Verbund erzielten Erlösschmälerungen – verglichen mit den national verhandelten Abschlägen – sehr begrenzt. Darüber hinaus konzentrieren sich die internationalen Verhandlungen lediglich auf die bilateralen Austauschverhältnisse mit den europaweit tätigen, häufig sehr umsatzstarken Nahrungsmittel-konzernen. Vor diesem Hintergrund bilden die internationalen Beschaffungskooperationen nicht den Schwerpunkt dieser Sektoruntersuchung.

Zwar wirkt der letzte Absatz etwas abmildernd. Aber im Zusammenhang darf man feststellen, dass diese Unternehmen mittlerweile dazu übergehen sich auch Europaweit zu koordinieren.

Die Discount-Falle

Aldi und Lidl sind die Platzhirsche, wenn es um die Discounterprodukte geht. Aber Aldi hat begonnen richtige Marken unter ihrem tatsächlichen Namen im Sortiment zu führen. Das bedeutet: Die Ware ist trotzdem billig, aber der Hersteller bürgt mit seinem guten Namen für die Qualität der Produkte. Ist die Qualität schlecht, dann spürt das der Hersteller als erstes. Dem Discounter selbst ist das auf das Erste egal. Er wird auf seine Verträge bestehen und zur Not eben Vertragsstrafen verhängen, außerordentliche Reklamationen veranlassen usw. Der Hersteller wird es in jedem Fall spüren (das kostet richtig Geld) ob der Endkunde kommt oder ein Kunde wie Aldi und Co. Diese Strategie kann man auch Kostenvermeidungsstrategie nennen. Denn mit der Einführung der richtigen Markennamen wird das Risiko komplett auf den Hersteller abgewälzt. Zwar war das Risiko vermutlich schon immer mehr beim Hersteller angesiedelt, denn bezahlt wird die Ware sicherlich erst dann, wenn ein Mitarbeiter das Produkt durch den Scanner an der Kasse zieht. Aber sicher bin ich mir dabei nicht. Denn das würde schon bedeuten, dass die Einkäufer der Supermarktketten richtig Druck auf diese Hersteller ausüben können. Und das wäre schon fatal.

Was aber definitiv gerade eintritt ist. Die teuren aber dafür eigentlich qualitativ hochwertigen Waren werden immer billiger. Das merken natürlich auch die eigentlichen Nichtkonkurrenten. Während Aldi und Lidl direkte Konkurrenten sind, so sind Rewe und Edeka eine andere Liga und sprechen auch andere Kunden an. Da aber nun die Preise durch öffentlich sichtbare echte Markennamen im Discoungeschäft immer mehr vergleichbar sind, geraten auch diese Supermarktketten unter Druck deren Kundschaft eher die gehobene Klasse ist. Wieso sollte ich mir den teuren Kaffee im Rewe kaufen, wenn ich den gleichen Kaffee im Lidl deutlich günstiger bekomme. Und so wird auch der Preisdruck auf Qualitätsware steigen und zu Verwerfungen am Herstellermarkt führen. Für den Endkunden bleibt vorerst alles gleich. Am Ende wird er zwar eine immer geringere Vielfalt in den Regalen stehen sehen, weil einige Hersteller einfach nicht mehr mithalten konnten. Aber sofort merken wird er diese Macht der Supermärkte nur dann, wenn er Mitarbeiter eines der Herstellerunternehmen ist.

Die Einkaufskooperationen

Schlimmer noch, riskiert der Markt eine Konsolidierung der Hersteller. Dies würde erneut eine Reduzierung der Angebotsvielfalt und der Qualität bedeuten. Schon heute haben wir Riesen bei den Herstellern (z.B. Nestlè). Dies wäre ein weiterer Schritt zu Oligopolen (viele Nachfrager, aber wenig Anbieter). Auch hier möchte ich die Zusammenfassung zu den Einkaufskooperationen aus Sicht der Hersteller zeigen.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Verhandlungsmacht von Einkaufskooperationen schon heute von den Herstellern als sehr groß empfunden wird und dass der Grad der Verhandlungsmacht nach Einschätzung der Hersteller insbesondere vom Umfang des verhandelten Beschaffungsvolumens, vom Einfluss und Durchgriff der Kooperation bzw. des großen Kooperationspartners auf das einzelne Partnerunternehmen insgesamt sowie von der Stabilität und Loyalität innerhalb der Kooperation abhängt.

So sehen 47% der Hersteller einen fusionierten Einzelhandel als größte Bedrohung, 45% der Hersteller sehen Einkaufskooperationen als größte Bedrohung und 8% bewerten diese Bedrohung als gleichwertig. Aber auch kleine Einzelhändler berichten von einer sogenannten Sogwirkung der Einkaufskooperationen, die oft mehr sind als es der Name erscheinen lässt. So gehen kleine Einzelhändler gerne eine Junior-Partnerschaft ein, obwohl es für den größeren Partner Rewe, Edeka und Co. gar keinen tatsächlichen Nutzen ziehen lässt. So ist die zusätzliche Mänge für den größeren Partner einer Kooperation eher marginal (unwichtig oder gering) und dient auch nicht dazu bessere Konditionen zu erreichen. Weshalb sich schnell die Frage aufstellt, wieso diese ungleichen Partner eine Kooperation eingehen.

Zum einen versprechen sich die kleinen Partner einen Wettbewerbsvorteil davon. Zum anderen versuchen sie sich dadurch einer Übername großer Konkurrenten zu entziehen. Dabei übernehmen diese zum Teil das Sortiment des größeren Partners. Dies ist vor allem bei inhabergeführten oder Familienbetrieben der Fall. Zudem weisen die in den letzten Jahren geschlossenen Kooperationen eine neue Qualität auf. Dazu wieder ein Zitat des Bundeskartellamtes, welches diesmal etwas länger ausfällt.

Zunächst sind die neueren Kooperationen in der Regel sehr langfristig angelegt. Oft besteht die erste ordentliche Kündigungsmöglichkeit erst nach 15 Jahren, und im Anschluss an die ursprünglich vereinbarte Vertragslaufzeit erfolgt eine automatische Verlängerung. Die neueren Kooperationen werden darüber hinaus häufig mit Zusatzoptionen verbunden, die die langfristige Zusammenarbeit der Kooperationspartner auch strukturell absichern. Hierzu gehören stille sowie finanzielle Beteiligungen, Minderheitsbeteiligungen, Vorkaufsrechte sowie Call- und Put-Optionen, die sicherstellen, dass im Falle einer Veräußerung der große Partner ein erstes Zugriffsrecht auf den kleinen Partner hat. Auch zeichnen sich die neueren Einkaufskooperationen dadurch aus, dass sie inhaltlich über die reine Bündelung von Beschaffungsvolumina bei Herstellermarken hinausgehen. So ist in der Regel die komplette oder teilweise Übernahme der Handelsmarken des großen Partners einschließlich Vorgaben zur Preissetzung vorgesehen. Zum Teil wird auch eine unmittelbare Angleichung der Sortimente vereinbart. Exklusivmandate mit wichtigen Lieferanten führen zu einer weitgehenden Abkoppelung des kleinen Partners von den Verhandlungen.
Im Rahmen der Einkaufskooperation werden zudem häufig flankierende Vereinbarungen einer auch andere Geschäftsfelder umfassenden Zusammenarbeit getroffen. So sollen beispielsweise (einseitige) Gebietsschutzvereinbarungen das Wettbewerbsverhältnis zwischen den Kooperationspartnern vornehmlich in den Kernabsatzgebieten des kleineren Lebensmitteleinzelhändlers regulieren. Die Zusammenarbeit in anderen Bereichen, insbesondere der eigenen Produktion, ist zum Teil ebenfalls Gegenstand der Verträge.
Schließlich werden in den neueren Kooperationsverträgen umfangreiche zum Teil einseitige Informationsrechte zugunsten des großen Partners vereinbart, die häufig über das für eine gemeinsame Beschaffung Notwendige hinausgehen.
Neben diesen vertraglichen Vereinbarungen zwischen den Kooperationspartnern bestehen laut Aussage mehrerer Händler im Rahmen einer Kooperation oft auch gewisse „stillschweigende“ Über-einkünfte bzw. Erwartungen der Kooperationspartner bzgl. Vorkaufsmöglichkeiten, Vorabinfor-mationen, Gebietsschutz oder des allgemeinen Wettbewerbsverhaltens gegenüber dem Partner.
Insgesamt machen Form und Inhalt der Kooperationen der „neuen Generation“ unter Beteiligung eines großen Lebensmitteleinzelhändlers deutlich, dass das Hauptinteresse des großen Partners an einer Kooperation vor allem darin besteht, sich einen langfristigen und umfassenden Zugriff auf einen der wenigen verbleibenden kleineren Wettbewerber zu sichern.

Dies macht deutlich, dass wir uns schon in einer Phase befinden, indem der Markt so weit aufgeteilt ist, dass der Kampf schon in einer "Kooperation" stattfindet. Wobei der größere Partner hier das Sagen und somit gleichzeitig wie ein Eigentümer über die Geschicke des ungleichen Partners entscheidet. Wer sich noch über Call- und Putoption den Kopf macht, dem sei kurz und bündig gesagt: "Das sind Wetten auf Gewinn oder Verlust." oder auf "Leben und Tod". Das funktioniert ungefähr so: Ich platziere einen Geldbetrag darauf, das Nachbars Haus abbrennt (Put) und gewinne oder ich platziere Geld auf Nachbars Haus, dass dieses hält (Call) und ich gewinne. Gedacht waren diese Optionen eigentlich einmal um Preise stabil zu halten. Also ich vereinbare den Kauf einer Ware im Winter erhalte diese aber erst im Sommer (und bezahle diese dann erst). Nun ist der Preis leider gestiegen, weil es z.B. eine Naturkatastrophe gab. Also sichere ich das Geschäft vorher mit einer Calloption. So habe ich geplant das ein Preis z.B. nicht über 10€ steigen darf. Also kaufe ich zur Vereinbarung Optionsscheine zu der geplanten Menge multipliziert mit 10€. Diese Option verkauft mir ein Händler, der dann bei Fälligkeit mir die Ware zu 10€ verkauft auch wenn diese teurer ist. In der Regel wird das aber so abgewickelt, dass dieser Händler nur die Differrenz auszahlt oder einbehält, die Ware aber tatsächlich beim Hersteller zum aktuellen Marktpreis direkt abgerufen wird. Aber mein Plan, dass die Ware höchstens 10€ beträgt geht auf.

Anders funktioniert das bei einer Putoption. Ich vereinbare einen Kauf von Ventillatoren im Sommer, der im Winter stattfinden soll. Da die Preise im Sommer aber höher sind, sichere ich den Preis über eine Putoption. Der Preis der Option steigt, wenn der Preis der Ware sinkt. Der Gewinn, den die Option aufwirft kann aber nicht höher sein, als der Wert des Ventillators bei Kauf der Option. Dadurch ist aber der Verkäufer der Option verpflichtet mir den Differenzbetrag auszuzahlen.

Diese Optionen kann man aber auch missbrauchen. So sind diese Optionen oft bei Banken gelagerte, in der Anzahl nicht begrenzte Optionen. Deswegen ja auch Option, nicht Schein oder Stück. Diese kann ich auch verwenden, auch wenn ich keinen Kauf oder Verkauf von Waren vor habe. Es sind Zockerscheinchen ähnlich wie beim Lotto. Ich kann damit Gewinn oder Verlust machen. Diesen wird der tragen, der die Option aufgelegt hat.

Fazit

Ich hoffe ein wenig Licht in das Dunkel der Lebensmitteleinzelhändler geworfen zu haben. Wen ihr jetzt meiden oder häufiger besuchen solltet, das müsst ihr selbst entscheiden. Fakt ist aber, dass das Bundeskartellamt recht damit hatte, wie es den Zusammenschluss der Unternehmen Edeka und Tengelmann bewertet hat. Insgesamt führt diese Betrachtung immer wieder zu einem Resultat. Die Liberalisierung der Märkte stärkt die Konsolidierung der Selben und führt automatisch zu Oligopolen und am Ende zu einem Monopol. Dazu reichen schließlich schon kleine Gedankengänge und der Satz aus dem Spielfilm "Highlander".

Es kann nur einen geben.

soweit...