Eigentlich war es ein ruhiger Tag, als ich über Google ein wenig im Netz surfte. Ich wollte mich nie wieder um ein Fass ohne Boden bemühen. Doch letztendlich konnte ich meine Neugier nicht stoppen. So sah ich im Fernsehen einen Bericht über das Kähltemittel R1234yf, welches seit 2011 für alle neu zugelassenen Fahrzeuge Pflicht ist. Studien des Daimler Konzerns ergaben aber, dass es leicht entztündlich sei und man dies jederzeit reproduzierbar demonstrieren kann und es findet somit keinen Einsatz in diesen Fahrzeugen. Weitere Untersuchungen ergaben, dass sich beim verbrennen Flusssäure bildet, die leicht in die Lunge geraten kann. Einmal in der Lunge wird dem Körper sofort Calcium entzogen, was nach und nach die Tätigkeit der Muskeln einschränkt und einstellt. Ist erst das Herz erst einmal betroffen, tritt auch schnell der Tod ein.

Auszug aus der Wikipedia:

Neben der ätzenden Wirkung trägt zur Gefährlichkeit von Flusssäure bei, dass die Fluoridionen den Calcium- und Magnesiumstoffwechsel blockieren und wichtige Enzyme hemmen. Dies führt zu akut bedrohlichen Stoffwechselstörungen, die unter multiplem Organversagen tödlich verlaufen können.[8] Flusssäure schädigt auch das Nervensystem.

Auch die Bundesregierung unterstützt die Verfahrensweise des Daimlerkonzerns und ignoriert die EU Zwangsvorgabe zu diesem Kähltemittel. Die EU hat ein Verfahren gegen Deutschland eingeleitet. Studien der EU, die durch ein Unternehmen (Honeywell) unterstützt wurden, zeigen die Unbedenklichkeit auf. Also doch den ganzen Wikipedia Artikel lesen.

Hergestellt wird R1234yf ausschließlich von Dupont und Honeywell, die ein Patent besitzen.[5]

Achja, klingt interessant. Also muss man noch die Verhältnisse von Honeywell zu Dupont checken. Mache ich, indem ich die beiden Unternehmen einfach bei Google kombiniere. Und prompt das erste Ergebniss bringt eine Verschwörungstheorie zu Tage. Ich schätze aber solche Ergebnisse nicht wirklich, also erweitere ich die Suche. Tata, als fünftes Ergebnis springt mir direkt "Honeywell, Dupont Join Hands To Produce New Automotive Refrigerant" (Honeywell und DuPont reichen sich die Hände um das neues Kältemittel für die Autoindustrie zu produzieren) aus dem Jahr 2010 ins Gesicht. Ein Schelm wer jetzt denkt, das beide Firmen nicht schon vorher zusammen gearbeitet haben und das hier kein Kartell herrscht. Also einfach weitersuchen. Auf Seite 2, der Suche, stosse ich auf den Artikel "Dupont and Honeywell Projects Demonstrate Sustainable Biofuels Are Possible" (Dupont und Honeywell Projekte zeigen, nachhaltige Biokraftstoffe sind möglich) aus dem Jahre 2008. Also arbeiten beide Firmen schon länger zusammen.

Intererssant wird es später dann doch. So ermittelt die EU tatsächlich gegen beide Unternehmen, weil hier ein Kartell vermutet wird. Aber auch Zahlen wie groß der Markt mit dem Kältemittel sein kann, gibt Honeywell bekannt. Interessant wird nun weil plötzlich ein dritter im Bunde auftaucht. Das Unternehmen Generell Motors, einen der größten Autohersteller der Welt. Nun muss man nur noch eins und eins zusammen rechnen und wir erhalten: 3 amerikanische Unternehmen, die wahrscheinlich mit Nachdruck eine marktbeherrschende Stellung einnehmen wollen. Und es geht noch weiter.

Beim studieren der Firma DuPont stößt man darauf das sie ebenfalls der Zweitgrößte Saatguthersteller hinter Monsanto sind. Also noch ein Spieler und wieder ein gigantischer US-Konzern. Und weiter geht es bei den CEO. So bleibt es zwar bei DuPont etwas ruhiger, aber bei Honeywell wird es wieder interessanter. Der CEO ist nämlich David M. Cote, den kennt zwar so keiner. Aber sein Name taucht schnell in einem anderen Zusammenhang auf. Er war vorher Vize bei General Eletric. Und wenn man Honeywell und General Electric zusammenwürfel erhält man: EU verbietet Fusion von Honeywell und General Electric.

Honeywell ist eines der größten Wirtschaftsunternehmen der Welt und vereint extrem viele Geschäftsbereiche unter seinem Dach.

Bereich Deutsch Ähnliche US Unternehmen
Consumer & Home Haus und Heim  General Electric
Aerospace & Defense Luft- Raumfahrt und Verteidigung  General Electric (Defense)
Safety & Security Sicherheitstechnik  General Electric
Scanning & Mobile Productivity (AIDC) Erfassungssysteme (Barcodescanner etc)  
Industrial Process Control Industrielle Prozessüberwachung  General Electric
Efficiency, Energy & Utilities Energiesysteme  General Electric
Automotive & Transportation Autozulieferer  General Electric
Oil & Gas, Refining, Petrochemicals and Biofuels Chemie (Raffinerien)  DuPont
Healthcare & Medical Medizin  General Electric (Diabetessysteme)
Chemicals, Specialty Materials & Fertilizers Chemie (Herstellung chemischer Endprodukte)  DuPont
Manufacturing Sensoren, Materialien bis zu ganzen Produktionsanlagen  General Electric (Software)
Fire Protection & First Responder Brandmeldetechnik  

 

Kein Wunder das die Unternehmen Honeywell und General Electric fusionieren wollten. Und David M. Cote hat als Belohnung dafür den CEO bei Honeywell erhalten. Wäre die Fusion in Europa genehmigt wurden, wäre das größte Unternehmen der Welt entstanden.

Bleiben wir aber bei Honeywell. So kaufte das Unternehmen 2010 einen Deutschen Spezialisten für Gebäudesystemtechnik um ihn ein Jahr später zu schließen. Begründet wurde dies mit der Bemühung um Wettbewerbsfähigkeit und Kosteneffizienz. Aber seien wir ehrlich, gekauft, die Technologie genommen und den Rest verramscht. Honeywell hat auch den bekannten Datenerfassungsspezialisten Metrologic im Jahre 2008 übernommen. Noch etwas länger rangierten diese Scanner unter diesem Namen. Heute werden die Scanner ausschließlich mit dem Namen Honeywell angepriesen. Honeywell geriet in einen Streit mit der Firma Datalogic, die sich ebenfalls auf Datenerfassung spezialisiert hat. Scheinbar ging es hier um Patentstreitigkeiten.

Honeywell hat auch den Rüstungshersteller Alliant Techsystems gegründet, besser gesagt eher ausgelagert. Er ist einer der größten Hersteller für Splitterbomben. Leider ist die Aktionärsstruktur des Unternehmens unbekannt. So könnte es sein, dass Honeywell diesen Teil der Rüstungssparte auslagerte, um nicht direkt mit Splitterbomben in einem Atemzug genannt zu werden.

Ansich scheint Honeywell ein Ziel direkt zu verfolgen. Honeywell möchte einer der größten Spezialisten für Automation werden und zeigt starkes Interesse an der Herstellung von chemischen Verbindungen. Damit sympatisiert das Unternehmen durchaus mit GE und DuPont. Alle 3 zusammen können ein enorm großes Gewicht auf den Weltmarkt werfen. Was alle 3 vereint, ist die Aktionärsstruktur. Alle haben den größten Fond der Welt als Aktionär im Hause. Der Name ist Blackrock (Schwarzer Fels), seine Macht ist unglaublich. Dazu sollte man sich unbedingt die Dokumentation "Geld regiert die Welt" anschauen. Auch wenn die Anteile ersteinmal klein ausschauen, so darf man nicht vergessen das nicht jeder Aktionär genannt werden muss, wenn er nicht eine gewisse Menge an Aktien besitzt. Und über niedrige Anteile anderer Gesellschaften und deren Beteiligung an wieder anderen, schafft ein undurchsichtiges Netz.

 

Ich möchte zum Abschluss noch auf einen Artikel eines anderen Blogs hinweisen. Er zeigt auf diese Unternehmen und fragt ganz unverhöhnt: "Wo sind die Namen der Besitzer?"

 

so weit...