Vielen ist der Unmut über die Bankenlandschaft auf die Stirn geschrieben. In Frankfurt am heutigen Tag findet für Mario Draghi eine feierliche Eröffnung der neuen Zentrale statt. Während Draghi innen von den vielen unzufriedenen Menschen sprach, die ihr Einkommen und Wohlstand verloren haben. Als eine Institution der Europäischen Union, die eine zentrale Rolle in der Krise gespielt hat, sei die EZB in den Fokus der Frustrierten geraten.

"Möglicherweise ist dieser Vorwurf nicht fair. Denn unser Handeln zielte genau darauf ab, die wirtschaftlichen Schocks abzufedern."

Nun ist die Zentralbank nicht wirklich der Auslöser der Krise. Aber ihre Rolle ist es auch nicht, einfach wegzuschauen. Durch die Deregulierung der Finanzmärkte in den letzten 20 Jahren, ist aber der Armut in Europa Tür und Tor geöffnet. Zum Glück schließen sich diese Türen und Tore aber auch sehr rasch, denn wenn alle am Spieltisch sitzen und ordentlich zocken, ist die Erkenntnis schneller gekommen, als allen Lieb ist. Und der Spuk hat schneller ein Ende. Trotzdem ist die Lösung der Troika für Griechenland ein nicht zu aktzeptierendes Thema. Dem Land wird regelrecht der Boden unter den Füßen weggezogen. Die geforderten Privatisierungen sind nichts anderes als die Enteignung des griechischen Volkes. Denn der Staat sind die Griechen. Zudem hat man nicht verhindert, dass die Reichen in Griechenland ihre Gelder ins Ausland transferieren und so nun wiederholt Vorteile genießen, die der einfache Bürger nicht hat. So haben die Reichen sehr viele Steuern nicht gezahlt und nun bunkern sie ihr Vermögen im Ausland und sitzen die Krise einfach aus. Zudem scheinen die griechischen Steuerbeamten auf ihr lukratives Zusatzeinkommen viel Wert zu legen. Hier sollte man ansetzen, anstatt die anderen Bürger zu bestrafen und ihnen zu zeigen, das Korruption sich immer noch lohnt.

Da muss einem normalen Bürger doch langsam der Kragen platzen. Und hier kommen wir wieder zur EZB. Die Europäische Zentralbank als Wächterin des Wohlstands in Europa. Und jeder der jetzt nicht wenigstens schmunzeln musste, hat es wohl nicht verstanden.

Auschreitungen in Frankfurt

Nun haben sich sehr viele Menschen aus ganz Europa in Frankfurt versammelt, um der Bank bei der feierlichen Eröffnung behilflich zu sein. Dazu haben sie Polizeifahrzeuge angezündet und Mülleimer niedergebrannt. Nicht das jemand denkt, dies wäre nicht beabsichtigt gewesen? Nein, das Motto war: "Deutschland fühlt mit, in der Krise. Wir gedenken Griechenland, Spanien, Italien, Portugal und Irland". Und so haben die Demonstranten die Situation in diesen Staaten eindrucksvoll nachgestellt.

Klar hat der Präsident der Polizeigewerkschaft das nicht sonderlich begriffen:

"Hier hat sich ein gewaltbereiter Mob aus ganz Europa versammelt, um unter dem Deckmantel der Kapitalismuskritik den Staat als solchen anzugreifen..." "Das Ausmaß der Gewalt hat in seiner Geballtheit eine neue Qualität erreicht."

Doch ein Journalist der TAZ sieht das ganz anders:

12.00 Uhr: An der Hanauer Landstraße, Ecke Uhlandstraße stehen Hunderte Aktivisten und üben sich in Solidarität. Ein paar Meter weiter wurde der bunte Regenbogenblock eingekesselt – vor allem DemonstrantInnen aus Italien werden von der Polizei am weiterziehen gehindert. Nun wollen auch die anderen hier bleiben. Von einem Demowagen aus schallen Solidaritätsbekundungen durch die Straßen. Zwischendurch wird es hier lauter, dann ist wieder alles friedlich. Die Polizei setzt Pfefferspray ein. Sofort vermummen sich einige Demonstranten. Vereinzelt fliegen Flaschen. (mka)

So sieht dann die Reaktion aus. Aber wem möchte man Vorwürfe machen? Ist die Polizei im Vorfeld nicht tätig so hagelt es eben danach Kritik. Ist die Polizei im Vorfeld aktiv so handelt sie dafür auch Kritik. Um das ganze aber hier nun zu einem Abschluss zu bringen, habe ich mich entschlossen Videos aus Frankfurt hier zu zeigen. So könnt ihr euch selber einen Überblick verschaffen. Zuerst ein Video aus dem Jahr 2013, als die Polizei einfach Pfefferspray in die Menge sprühte. Dabei waren die Folgen "Scheißegal".

Und hier die aktuellen Videos. Ich habe die Mainstream Videos so gut es geht ausgespart und nur Videos von privaten Personen verwendet. Nur "Euronews" musste ich einfach mit aufnehmen.

Und wer noch eine halbe Stunde Zeit hat um Mario Draghi sein Gehör zu schenken, hier die offizielle Ansprache des Ex-Europachefs von Goldman Sachs. Man sollte es sich bis Minute 15 anschauen und erkennen, dass dieser Mann definitiv nicht der hellste ist.