Eigentlich sollte die erste Frage lauten: Was bitte schön soll ein Text über die Formel E in diesem Blog. Mit dieser Frage liegst du genau auf meiner Wellenlänge. Jetzt könnte ich einfach schreiben. Hey schließlich handelt es sich bei der Formel E um eine mehr oder weniger neue Technologie und hier wurden ja schon einige Einträge über erneuerbare Energien geschrieben. Aber so einfach ist es dann doch nicht. Zwar bin ich Fan der Serie, aber auch kein Hardcode-Fan. In letzter Zeit waren aber einige interessante Dinge zu beobachten, die mich schließlich hellhörig werden liesen.

Ende 2016 gibt Audi bekannt aus der WEC auszusteigen. Mercedes, etwa 9 Monate später, dreht der DTM den Rücken zu. Kurz darauf gibt auch Porsche bekannt, ebenfalls aus der WEC Serie auszusteigen. Damit wurde der WEC (World Endurance Championship, Langstreckenweltmeisterschaft) und der DTM (Deutsche Touren Masters) ein herber Rückschlag versetzt. Ob es sich dabei, nach den Kartellvorwürfen und dem Dieselgate, um logische Schlüsse handelt sei einmal dahin gestellt.

Während Porsche sich zukünftig gerne in der Formel 1 engagieren möchte, geht Audi den direkten Weg zur Formel E. Porsche möchte sich auf dem Weg zur Formel 1 gerne an der Formel E beteiligen.

Schon in der Season 2016/2017 namenhafte Hersteller in der Formel E.

Von Anfang an in der Serie dabei ist Renault. Das Antriebskonzept wurde von Renault und McLagen im ersten Jahr (2014/2015) konzipiert und was schließlich alle Teams einsetzen mussten. Renault sicherte sich alle 3 Weltmeisterschaften (Konstrukteur) in der Formel E. Aber auch DS Automobiles (Citroèn, PSA Group) war von Anfang an dabei. In der 3. Season (2016/2017) kam Jaguar hinzu.

Renault, DS Automobiles, Jaguar sind schon einmal 3 namenhafte Hersteller. Mit dabei sind aber auch Schaeffler, Magneti Marelli (Fiat Crysler), McLaren, Zytek Automobiles (Continental), Mahindra und ZF Friedrichshafen AG.

Aktuelle Season 2017/2018 (Season 4)

In dieser Season gesellt sich noch Audi hinzu, indem es das Team Schaeffler ABT als Werksteam übernommen hat. BMW tritt als Sponsor im Team Andretti auf, wird dieses in der Season 2018/2019 dann als Werksteam übernehmen. Schon jetzt wird dadurch die Serie aufgewertet.

Zukunft

In der Season 2018/2019 wird BMW, wie schon geschrieben Andretti als Werksteam übernehmen. Ab der Season 2019/2020 werden Porsche und Mercedes ein eigenes Werksteam aufbauen. Es werden dann also 12 Teams an einem Grad Prix teilnehmen.

Damit werden alle großen Hersteller Europas an der Formel E beteiligt sein, auch wenn Renault seinen Rücktritt für das Jahr 2018 bekannt gegeben hat. Aber dafür wird der Partner Nissan einsteigen und die Lücke schliessen. Nissan und Renault betreiben seit 1999 eine Partnerschaft.

Damit haben wir das Who's who in der Formel E vertreten. Ob sich damit die Serie einem sehr breitem Publikum öffnen wird, bleibt trotzdem spannend. Schon in der Formel 1 haben sich viele Hersteller bereits verhoben und dies dann mit einem schnellen Rückzug finalisiert. Dazu gehören unter anderem BMW und Toyota. Doch die Budgets in der Formel E sind sehr niedrig, im Gegensatz zu den Budgets in der Formel 1, würde hier sogar fast von einem Faktor 100 reden. Die Serie scheint attraktiv, schließlich wird in der Innenstadt gefahren. Dabei ist aber die akkustische Belastung der gesamten Region nur gering. Auch Kleinkinder können ohne Hörschutz am Trubel teilnehmen. Die Technologie ist noch jung und wurde sträflichst die letzten Jahrzehnte vernachlässigt. Es bleibt das Gefühl zurück, dass sich die großen Hersteller eher eine Lehrstunde in der Formel E abholen wollen, als dass sie diese Serie durch echtes Know-How fördern. Aber das wird sich legen, schließlich setzt sich immer das bessere Konzept durch. Und beim reinen Elektro-Antrieb existieren verschiedene Konzepte. Ob allerdings unbedingt Schaltgetriebe in der Elektrorevolution vorkommen müssen, dass bleibt eher fraglich.

Fazit

Ich sehe für die Formel E eine positive Zukunft. In wie weit sich die Serie der kompletten technologischen Entwicklung öffnen wird, das wird sich zeigen. Eine zweite Formel 1 mit überzogenen Budgets muss man nicht haben. Das darf der Königsklasse vorbehalten bleiben.

soweit...