Tricks

  • Edeka, Rewe, Aldi, Lidl und Co. - Die Macht der Einzelhandelsunternehmen

    Im April 2015 untersagte das Bundeskartellamt Edeka und Tengelmann einen Zusammenschluss. Dem voraus gegangen war eine sehr tiefe Marktanalyse zu diesen Unternehmen (kompletter Markt). Dazu brauchte das Kartellamt ganze 3 Jahre. Da solche Verstrickungen immer sehr interessant sind, habe ich mir die Mühe gemacht und die Unternehmen selbst ein wenig abgeklopft und natürlich auch (wenn auch nicht komplett) die Ausführungen des Bundeskartellamts dazu gelesen. Dabei stellt sich dieser Markt als sehr übersichtlich heraus, wenn es um die einzelnen (Mutter)Unternehmen geht. Nimmt man sich aber die Beteiligungen und Kooperationen zur Brust, so kommt da ein dichtes Netz zum Vorschein. Zwar hat das Bundeskartellamt versucht dieses Netz zu sortieren, musste aber feststellen, dass nur eine ganz genaue Beobachtung des Marktes zu keiner absoluten Machtkonzentration in Form der Beschaffung führt. So treten zwar alle Unternehmen als Einzelunternehmen im Verkauf auf, aber in der Beschaffung entstehen unterschiedliche horizontale und vertikale Strukturen, die selbst untereinander wieder verflochten sein können und es scheinbar auch sind. Seit 1999 wurden 180 Fusionen beim Kartellamt angemeldet. Bei 120 davon waren die Unternehmen Rewe, Edeka und die Schwarz Gruppe beteiligt. Zitat vom Kartellamt:

    Der Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland wird immer mehr von einer kleinen Gruppe von Anbietern geprägt, allen voran die bundesweit tätigen Lebensmitteleinzelhändler Edeka, Rewe, die Schwarz Gruppe und Aldi. In den letzten dreißig Jahren wurden viele der ehemals bekannten Lebensmitteleinzelhändler von Wettbewerbern übernommen; Händler wie beispielsweise Allkauf, Deutscher Supermarkt, Leibbrand, Massa, Scharper, Stüssgen, und Wertkauf verließen den Markt. Während es im Jahr 1999 mit den Unternehmen Edeka, Rewe, Schwarz Gruppe, Aldi, Metro, Tengelmann, Wal Mart und Spar noch acht große Handelsketten gab, die gemeinsam mehr als 70 % der Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland auf sich vereinten, hat sich diese Gruppe nach der Übernahme von Spar durch die Edeka, dem Ausscheiden von Wal Mart aus dem deutschen Markt und der Übernahme eines wesentlichen Teils der Plus Märkte durch die Edeka sowie des Erwerbs eines Teilnetzes von Kaisers Tengelmann durch tegut und Rewe deutlich verkleinert, während sich ihr gemeinsamer Anteil an den Gesamtumsätzen auf dem deutschen Markt auf mehr als 85 % vergrößert hat.

  • Energiewende - Wie die Bundesregierung die Energiewende kaputt rechnen lässt

    EEG Umlage - Entwicklung
    Quelle: tagesschau.de

    Man kann die Regierung verstehen. Nimmt man einen Taschenrechner und geht nüchtern die Zahlen durch, so wird man sehr schnell feststellen. Ja, wir müssen etwas tun, weil die Kosten aus dem Ruder laufen. Die Regierung hatte früher schon etwas anderes versprochen, doch die EEG Umlage stieg und stieg. Grund ist diesmal die Eigenversorgung vieler Menschen und immer mehr Unternehmen. Eine Eigenversorgung macht aber durchaus Sinn. Auf die Eigenversorgung zahlt man keine EEG Umlage. Es rechnet sich, wenn man am Ende für maximal 0,15€ pro Kilowattstunde, Strom erzeugt und selbst verbraucht. Ist man einmal nicht zu Hause, so wird der Strom ins Netz eingespeist und man erhält dafür auch noch Geld. Man kann das natürlich auch weiter treiben und Energiespeicher nachrüsten. Zwar steigt dann die Kilowattstunde enorm an, denn Speicher ist teuer. Aber die normalen Stromkosten werden auch immer höher. So erhalte ich aber, für wenigstens 10 Jahre, einen selbst geschaffenen und stabilen Strompreis. Damit lässt sich kalkulieren und damit lässt sich auch wirtschaftlich rechnen. Doch nun kommt, was kommen muss. Ein ABER

  • Heißer Herbst für Banken und Börsen

    Gerade läuft der Stresstest für die Banken in Europa. Aktuell nehmen 128 Institute teil. Das Ergebnis wird Mitte Oktober erwartet und könnte eine Menge an Aufsehen auf sich ziehen. So hat man den ESM vorsorglich schon einmal mit der Möglichkeit bestückt, Banken auch direkt zu rekapitalisieren. Der Präsident der Eurogruppe Jeroen Dijsselbloem gab am 10.06.2014 eine Pressemitteilung bekannt.

    "Euro area Member States have today reached a political understanding on the operational framework of the ESM direct recapitalisation instrument, on the basis of the proposal I presented at the May 5 Eurogroup meeting and building on the main features agreed at the June 2013 Eurogroup...."

    "Die Euro-Mitgliedstaaten haben heute eine politische Verständigung über den Handlungsrahmen des ESM über eine direkte Rekapitalisierung, auf der Grundlage des Vorschlags den ich am 5. Mai beim Treffen der Eurogruppe vorgestellt habe, erreicht. Dieser Vorschlag stammte ursprünglich vom Juni 2013...."

    Nun darf man gerne darüber spekulieren. Und das werde ich hier in aller Ausführlichkeit versuchen. Der ESM war für eine direkte Geldvergabe an die Banken niemals wirklich vorgesehen. Denn immerhin bürgen wir Bürger für dieses Geld. Nun ist Geschichte eine Auslegungssache aber Fakt ist, unser Bundestag hat am 29. Juni 2012 den ESM ratifiziert. Noch am selben Abend hat unsere Mama der Nation Angela Merkel entweder einen Fehler gemacht oder aber absichtlich eine entscheidende Änderung zugelassen. So übersah sie, absichtlich oder nicht, einen Satz. Wenn dieser Satz vorher bei der Ratifizierung schon vorhanden gewesen wäre, der Bundestag hätte ihn wohl nicht ratifiziert.

    "... sobald unter Einbeziehung der EZB ein wirksamer einheitlicher Aufsichtsmechanismus für Banken des Euro-Währungsgebiets eingerichtet worden ist, hätte der ESM nach einem ordentlichen Beschluss die Möglichkeit, Banken direkt zu rekapitalisieren."

  • Strafzahlungen und Wirtschaftskrieg vs. verantwortliches Handeln der Vorstände

    Wer hat nicht schon von den absurden Strafzahlungen gehört, die in letzter Zeit über den Ether kommen. Apple soll 13 Milliarden Euro Steuern nachzahlen. VW 14,5 Milliarden Euro, alleine in den USA, für den Dieselskandal. Die Deutsche Bank soll, wegen Verfehlungen in der Subprime-Krise, 12 Milliarden Dollar zahlen. Solarworld soll 700 Millionen Euro Schadenersatz in die USA zahlen, weil es angeblich gegen Verträge verstoßen hat, der Rechtstreit ist heute (September 2016) noch offen.

    Dies ist nur ein Auszug davon, was in letzter Zeit passiert ist. Während die einen von einem Wirtschaftskrieg sprechen, reden andere eine Sprache, die durchaus einmal betrachtet werden sollte.